Es
gibt einfach schöne Bücher. Bücher, die einen verlocken, sie in
die Hand zu nehmen. Bücher, die man einfach anfassen will.
„Verficktes Herz“ leuchtete mir mit aller Leidenschaft entgegen:
pink, grasgrün, versal auf schwarzem Untergrund. Das Schwarz edel,
das Pink lustvoll-provokant. Ein Hingucker, ein Hingreifen.
Motto: Die Liebe knallt heftig in Pink, während das Herz grün pocht.
Motto: Die Liebe knallt heftig in Pink, während das Herz grün pocht.
Über
Autorenname und Buchtitel prangt ein anatomisch gezeichnetes Herz wie
ein Wappen, leicht plastisch wie auch der Buchtitel. Ein haptisches
Design ohne kitschig zu sein. Und schlägt man es auf, leuchtet einem
in hoffnungsfrohem Grasgrün die Innenseite der Buchdeckel entgegen.
Frisch und auffordernd.
Ich
schlage das Buch an einer willkürlichen Stelle auf. „Verficktes
Herz & Andere Geschichten“ – Kurzgeschichten über die
schlimmsten und schönsten Seiten der Liebe.
Eine direkte Sprache mit Wörtern wie wir sie im Gespräch verwenden. Situationen, Verläufe, die so richtig wie unkonventionell beschrieben sind. Charaktere, Bewusstseine, die schonungslos aufgedeckt werden und gleichzeitig verblüffend berühren. Die Pointen überraschen weniger mit offenen Enden als mit poetischen Wahrheiten. Leicht oder nachdenklich, in jedem Fall entwaffnend – ob nun für Figur oder LeserIn.
Bonus: Ein stabiles wie stylishes Lesezeichen.
Und das Design setzt sich im Inneren des Buches weiter fort: Seitenzahlen und Titel finden sich am Rand, nicht oben oder unten. Schön und intelligent gesetzt. Ganz begeistert von meinen ersten Eindrücken finde ich dann das programmatische Zitat am Anfang, der ersten Geschichte vorgesetzt, auf einem einzelnen Blatt: "Wenn das Herz denken könnte, stünde es still." Don Giovanni. Letzte Party. Das war´s. Gekauft, ich nehme das Buch mit. Es bedarf keiner weiteren Leseproben. Schon überzeugt. In wohl weniger als drei Minuten.
Fazit: Jede Geschichte ist ein Leckerbissen. Komprimierte Seelenblicke. Wunderschön zu lesen. Eigentlich zu schön, um sie hintereinander weg zu lesen.
Einem Mann würde ich das Buch nicht schenken – die Ich-Figuren sind Frauen –, aber vielleicht daraus vorlesen.
Eine direkte Sprache mit Wörtern wie wir sie im Gespräch verwenden. Situationen, Verläufe, die so richtig wie unkonventionell beschrieben sind. Charaktere, Bewusstseine, die schonungslos aufgedeckt werden und gleichzeitig verblüffend berühren. Die Pointen überraschen weniger mit offenen Enden als mit poetischen Wahrheiten. Leicht oder nachdenklich, in jedem Fall entwaffnend – ob nun für Figur oder LeserIn.
Bonus: Ein stabiles wie stylishes Lesezeichen.
Und das Design setzt sich im Inneren des Buches weiter fort: Seitenzahlen und Titel finden sich am Rand, nicht oben oder unten. Schön und intelligent gesetzt. Ganz begeistert von meinen ersten Eindrücken finde ich dann das programmatische Zitat am Anfang, der ersten Geschichte vorgesetzt, auf einem einzelnen Blatt: "Wenn das Herz denken könnte, stünde es still." Don Giovanni. Letzte Party. Das war´s. Gekauft, ich nehme das Buch mit. Es bedarf keiner weiteren Leseproben. Schon überzeugt. In wohl weniger als drei Minuten.
Fazit: Jede Geschichte ist ein Leckerbissen. Komprimierte Seelenblicke. Wunderschön zu lesen. Eigentlich zu schön, um sie hintereinander weg zu lesen.
Einem Mann würde ich das Buch nicht schenken – die Ich-Figuren sind Frauen –, aber vielleicht daraus vorlesen.
Seite
11, "Verficktes Herz":
„Liebeskummer
ist das größte Arschloch, das es gibt. Und das Problem ist, dass es
ein unlösbares Problem ist. Dass du da nichts dagegen tun kannst.
Außer warten. Die Lösung des Problems ist also: Das Warten muss gut
sein, verdammt gut. Im Warten braucht es Yoga, braucht es Rausch,
braucht es gute Geschichten und noch bessere Kurzgeschichten.“
Autor: +Nora Gantenbrink
Verlag: +Rowohlt Verlag
Seiten: 192
Genre: Gegenwartsliteratur, Kurzgeschichten
Preis: 12,99 EUR (Hardcover)