Sonntag, 3. August 2014

Deutsche POP – Ein Sprecherkurs

Kurze Pros und Cons zum Sprecherkurs an der Deutschen Pop in Köln. Ich habe die Basiseinheit „Sprecherkurs“ bei der Deutschen Pop in Köln im Wintersemester 2012/2013 belegt; den Kurs habe ich nicht abgeschlossen. Das Fazit kurz vorab:
  • eine teure Dienstleistung anstelle einer Ausbildung
  • keine Inhaltstiefe
  • kein Erlernen von Sprechtechniken 
  • keine Qualitätskontrolle 
  • strikte Vertragsklauseln 

Basiskurs Deutsche Pop zur Sprecherin

Ich schreibe die Rezension, die natürlich meiner Erfahrung und somit auch meinem subjektivem Empfinden geschuldet ist, für all jene, die sich Suchmaschinenergebnisse über die Qualität eines solchen Kurses bei der Deutschen Pop erhoffen. Ich habe auch gegoogelt und damals wenig gefunden. Und ich habe in ein paar Foren und auf Yelp meine Meinung hinterlassen. Meine Bewertung auf Yelp war leider nur sehr kurz online, und ich gehe davon aus, dass die Deutsche Pop die Löschung meines Kommentares auf Yelp veranlasst hat.

Mangelnde Qualitätskontrolle

Nach den ersten zwei bis drei Stunden im Sprecherkurs stellten sich erste Bedenken hinsichtlich der Qualität des angebotenen Kurses der +Akademie Deutsche POP ein: Der Kurs bietet hinsichtlich der Erlernung von Sprechtechniken keine inhaltliche Tiefe und es sollte jeder und jedem klar sein, dass die Fähigkeit, schön zu sprechen, vor allem im steten Selbststudium liegt. Einmal ganz vom Erlernen der richtigen Aussprache und Betonung abgesehen. Wer glaubt, er würde innerhalb des Kurses eine Qualitätskontrolle zu den aufgegebenen Übungen erhalten, dem würde ich raten, er soll sich zur Qualitätskontrolle von Atmung, Aussprache, Betonung und Text-Gestaltung private Stunden bei einr Sprecherin, Schauspielerin oder Sängerin nehmen. Dort wäre das Geld wirklich gut investiert.

Vorkenntnisse und Enttäuschungen
Wer bereits eine Vorausbildung hat, die in irgendeiner Weise mit Sprache zu tun hat, ob theoretisch über ein geisteswissenschaftliches Studium oder praktisch und berufsbedingt, der wird sicherlich enttäuscht sein – eben aufgrund der fehlenden inhaltlichen Vertiefung und Kontrolle der Übungen.

Wer hofft, Kontakte knüpfen zu können, der soll sich lieber um ein Praktikum bemühen und sich in dieser Zeit selbst finanzieren anstatt die teuren Kursgebühren in einen inhaltsschwachen und mangelhaften Kurs zu investieren, der sich in keinster Weise mit einer staatlichen Ausbildung oder mit Berufserfahrung messen lassen kann. Und Kontakte zu knüpfen erhofft sich dort jede und jeder, aber es schwimmt auch jede und jeder im gleichen Pool.

Wer keinerlei Erfahrung mit der Technik hat, der erhält innerhalb des Sprecherkurses einen Crashkurs, also einen groben Überblick. Und natürlich bezahlt man mit der Kursgebühr auch den Zugang zur Technik. Die Ausstattung ist ohne Zweifel gut und man kann sich zu 3stündigen Übungseinheiten eintragen, sofern man noch einen Platz erhält. Wer mit Aufnahmetechniken bereits vertraut ist, wird hier nicht viel Neues erfahren.

Kündigungs- und Stornofrist

Nach Abschluss des Vertrages kann man diesen innerhalb von 2 Wochen widerrufen. Danach kann man nur noch aufgrund von „außerordentlichen Kündigungsgründen“ den Kurs abbrechen beziehungsweise den Vertrag kündigen. Diese außerordentlichen Kündigungsgründe nennen sich SCHWERE KRANKHEIT oder SCHWANGERSCHAFT.
Ich persönliche empfinde bereits diese Formulierung aus mehreren Gründen unsachgemäß: Zum einen bedeutet es, dass allen männlichen Teilnehmern ein Kündigungsgrund verloren geht, weil Männer einfach nicht schwanger werden. Im Weiteren ist es ethisch fragwürdig, eine schwere Krankheit und Schwangerschaft in einem Satz zu nennen.

Der Dozent des damaligen Kurses war sehr nett und versuchte, das Beste aus der Situation zu machen. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Pop waren nett, zuvorkommend und hilfsbereit – wie es sich für ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen gehört. Letztlich kaschiert der „hippe Umgang“ aber nicht die Schwächen der eigentlichen Dienstleistung. Ebenso sollte man sich nicht täuschen lassen bei den strikten Vertragsklauseln: Einmal bezahlt = alles weg, ohne Storno, ohne Rücktritt, ohne Anspruch auf Einwand oder Geltendmachung der bezahlten Vertragsinhalte.

Beschwerde nach drei Einheiten

Ich hatte mich nach der dritten Kurseinheit beschwert und meine Bedenken zum Ausdruck gebracht. Ich hatte sogar Argumente: Bei Vertragsabschluss sagte mir ein Mitarbeiter der Deutschen Pop Köln, diese Kurse seien im kleinen Rahmen mit 5 bis 8 Personen belegt. Tatsächlich waren wir 12 Personen. Das hört sich nicht nach viel an. Aber so gesehen, waren wir doppelt so viele, wie man mir gegenüber angegeben hatte. Und das wirkt sich aus, auf die Intensität des Kurses, auf das Maß an Aufmerksamkeit das jeder und jedem einzelnen zuteil wird.
Auf dieses Vorbringen wurde ich mit der Antwort abgeschmettert: Der damalige Mitarbeiter sei nur ein Praktikant der Deutschen Pop Köln gewesen, der habe das nicht so genau wissen können ... Der Unprofessionalität einer solchen Aussage muss ich nichts weiter hinzufügen.

Man bot mir an, ich könne den Kurs im nächsten Semester neu belegen. Das war wohl ein Angebot, aber keines, das mir nutzte. Ich bat um teilweise Rückerstattung der Kursgebühr. Immerhin kommt es auch dem Rest des Kurses zugute, wenn eine Person weniger im Kurs sitzt und Aufmerksamkeit verlangt. Es gab hier keinerlei Verhandlungsspielraum – obwohl ich meine Beschwerde nach der dritten Einheit vortrug.   

#DeutschePop #Sprecherkurs